Dieser Fanatismus hatte katastrophale Folgen, die darauf zurückzuführen sind, dass sich mit der Verbreitung des Darwinismus und der von ihm unterstützten materialistischen Philosophie die Behandlung der Frage nach dem Ursprung und Zweck des menschlichen Daseins drastisch verschoben hat. Dem Denken der Menschen, die normaler- und natürlicherweise‚ die Auffassung vertreten hätten, dass der Mensch von Gott erschaffen worden war, um einer guten, gottgewollten sittlichen Ordnung entsprechend zu leben, wurde nunmehr das Konzept eingepflanzt, dass‚ der Mensch zufällig entstanden, und seiner Natur nach ein Tier sei, das sich im Kampf ums Überleben entwickelt habe. Für diese große Täuschung war und ist ein hoher Preis zu zahlen. Ideologien des Terrors, wie der Rassismus, Faschismus und Kommunismus und viele andere barbarische Weltanschauungen, die auf Konflikten basieren, haben ihr bloßes Existenzvermögen aus dieser Täuschung geschöpft.
Dieses Kapitel behandelt das Unheil, das der Darwinismus der Welt beschert hat und deckt den Zusammenhang mit dem Terrorismus, einem der wichtigsten globalen Probleme unserer Zeit, auf.
Außerdem schlug Darwin vor, dass der ‘Kampf ums Überleben’ auch zwischen menschlichen Rassen stattfände. Dieser absurden Ansicht entsprechend sind ‘die bevorzugten Rassen’ im Kampf siegreich. Bevorzugte Rassen waren nach Darwins Ansicht die weißen Europäer. Afrikanische oder asiatische Rassen lagen im Kampf ums Überleben zurück. Darwin ging noch einen Schritt weiter und prophezeite, dass diese Rassen bald im ‘Kampf ums Überleben’ völlig unterliegen und folglich verschwinden würden:
In Jahrhunderten gemessenen, werden in nicht allzu ferner Zukunft die zivilisierten Menschenrassen mit annähernder Sicherheit die wilden Rassen überall auf der Erde ausmerzen und ersetzen. Zur gleichen Zeit werden die antropomorphen Affen ... zweifellos ausgerottet werden. Die Kluft zwischen dem Menschen und seinen nächsten Verwandten, die sich dann, wie zu erhoffen, in der Gestalt eines kultivierteren Zustands manifestieren wird, wird dann weiter sein, als selbst die zwischen einem Kaukasier und irgendeinem Affen wie etwa dem Pavian, anstatt wie gegenwärtig, zwischen dem Neger oder Australier und dem Gorilla.1
Seine (Darwins) Theorie des Überlebens der Anpassungsfähigsten wurde von den Sozialwissenschaftlern jener Tage begeistert aufgenommen, und sie glaubten, dass die Menschheit verschiedene Stufen der Evolution durchlaufen, und in der Zivilisation der weißen Rasse ihren Höhepunkt erreicht habe. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Rassismus als eine gerechtfertigte Gegebenheit von einer beträchtlichen Mehrheit der westlichen Wissenschaftler akzeptiert.2
Thomas Robert Malthus |
Im 19. Jahrhundert waren Malthus’ Vorstellungen weitgehend akzeptiert. Europäische “Upper Class” Intellektuelle insbesondere unterstützten seine grausamen Ideen. In dem Artikel “The Scientific Background of the Nazi ‘Race Purification’ Programme” (Der wissenschaftliche Hintergrund des Rassenreinheitsprogramms der Nazis) wird die Bedeutung, die das Europa des 19. Jahrhunderts Malthus’ Thesen über Bevölkerungen zumaß, wie folgt beschrieben: In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich die Mitglieder der führenden Klasse in Europa zusammen, um das neu entdeckte Problem des Bevölkerungswachstums zu diskutieren und Durchführungsmethoden des Malthusschen Konzepts zu planen, um die Sterblichkeitsrate der Unterprivilegierten zu erhöhen. Das Ergebnis war, kurz zusammengefaßt folgendes: “Anstatt den Armen Sauberkeit zu empfehlen, sollten bei ihnen genau entgegengesetzte Angewohnheiten gefördert werden. Die Strassen in den Städten sollten enger gebaut werden, mehr Menschen in den Häusern untergebracht werden und es sollte Epidemien in diesen Städten gefördert werden. Auf dem Land sollten Dörfer in der Nähe von stehenden Gewässern erbaut werden, und Ansiedlungen sollten insbesondere in Sumpfgebieten und ungesunder Umgebung gefördert werden” usw...3
Als Folge dieser grausamen Politik würden die Schwachen und diejenigen, die im Kampf ums Überleben unterliegen würden, beseitigt, und auf diese Weise dem raschen Bevölkerungszuwachs entgegengewirkt werden. Diese sogenannte Politik der ‘Unterdrückung der Armen’ wurde tatsächlich im 19. Jahrhundert in Groß Britannien praktiziert. Es wurde eine industrielle Ordnung errichtet, in der acht- und neunjährige Kinder sechs Stunden pro Tag in den Kohlengruben arbeiten mussten, wobei Tausende von ihnen unter diesen schrecklichen Lebensbedingungen starben. Der ‘Kampf ums Überleben’, der von der Malthusschen Theorie gefordert wurde, hatte für Millionen von Briten ein Leben des Leidens zur Folge.
Beeinflußt durch diese Ideen wendete Darwin den Begriff des Konfliktes auf die gesamte Natur an und schlug vor, dass die Starken und Anpassungsfähigsten siegreich aus diesem Krieg des Daseins hervorgehen würden. Außerdem behauptete er, dass der sogenannte Kampf ums Überleben ein gerechtfertigtes und unveränderliches Naturgesetz sei. Andererseits forderte er Menschen auf, ihre religiösen Überzeugungen aufzugeben, indem er die Schöpfung verneinte und damit auf den Abbau aller ethischen Werte abzielte, die ein Hindernis für die Rücksichtslosigkeit des ‘Kampfs ums Überleben’ darstellen konnten.
Die Verbreitung dieser verderblichen Ideen, die den einzelnen Menschen zu Unbarmherzigkeit und Grausamkeit anleiten, forderte einen hohen Preis von der Menschheit im 20. Jahrhundert.
Die Geschichte würde ihren Höhepunkt in einem neuen tausendjährigen Reich unvergleichlicher Herrlichkeit erreichen, gegründet auf einer neuen, durch die Natur selbst angeordneten rassischen Hierarchie. 4Auf dem Nürnberger Reichsparteitag im Jahr 1933 verkündete Hitler, dass “eine höhere Rasse eine niedrigere Rasse unterwerfe” und dass das “ein Recht sei, das in der Natur vorherrsche, und welches als das einzige denkbare Recht überhaupt betrachtet werden könne”.
Dass die Nazis vom Darwinismus beeinflußt wurden, ist eine Tatsache, die fast alle, in diesem Fach bewanderten Historiker anerkennen. Der Historiker Hickman beschreibt den Einfluss des Darwinismus auf Hitler wie folgt:
Hitler, der diese Ansichten vortrug, setzte die Welt einer Vergewaltigung aus, die ihresgleichen nicht kannte. Viele ethnische und politische Gruppen, insbesondere Juden waren schrecklichen Grausamkeiten ausgesetzt und wurden in den Konzentrationslagern der Nazis systematisch getötet. Der 2. Weltkrieg, der mit der Invasion der Osteuropäischen Staaten durch die Nazis begann, kostete 55 Millionen Menschen das Leben. Im Hintergrund der größten Tragödie der Weltgeschichte stand das darwinistische Konzept des ‘Kampfs ums Überleben’.(Hitler) war ein überzeugter Anhänger und Prediger der Evolution. Was auch immer die tieferen, schwerwiegenden Verstrickungen seiner Psychose gewesen sein mögen, steht fest, dass [das Konzept des Kampfs von großer Bedeutung war, denn] sein Buch Mein Kampf legt eine Reihe von evolutionistischen Ideen dar, insbesondere solche, die den Kampf, das Überleben der Anpassungsfähigsten und die Beseitigung der Schwachen betonen, um eine bessere Gesellschaft hervorzubringen.5
Dieses Verhältnis zwischen Darwinismus und Kommunismus geht auf die Gründer dieser beiden ‘Ismen’ zurück. Marx und Engels, die Begründer des Kommunismus, lasen Darwins Buch Der Ursprung der Arten, unmittelbar, nachdem es erschienen war und waren über die darin vertretene ‘dialektisch materialistische’ Haltung erstaunt. Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels enthüllt, dass sie in Darwins Theorie ‘die naturgeschichtliche Grundlage für den Kommunismus’ enthalten sahen. In seinem Buch Die Dialektik der Natur, das er unter darwinistischem Einfluß schrieb, war Engels voll des Lobes für Darwin und versuchte, im Kapitel ‘Die Rolle der Arbeit in der Wandlung vom Affen zum Menschen’ seinen eigenen Beitrag zur Theorie zu leisten.
Russische Kommunisten wie Plekhanov, Lenin, Trotzki und Stalin, die in den Fußstapfen von Marx und Engels folgten, stimmten völlig mit Darwins Evolutionstheorie überein. Plekhanov, der als der Begründer des russischen Kommunismus angesehen wird, betrachtete den Marxismus als ‘die Anwendung des Darwinismus auf die Sozialwissenschaft’.6
Wenn wir an das kommunistische Konzept ‘des dialektischen Konflikts’ denken, dem im 20. Jahrhundert 120 Million Menschen in einem ‘mörderischen Mechanismus’ zum Opfer fielen, dann können wir das Ausmaß des Unheils besser verstehen, das der Darwinismus auf diesem Planeten heraufbeschwörte.
Ganz gleich welcher Ideologie sie auch anhängen, diejenigen, die auf der ganzen Welt Terror verbreiten, sind in Wahrheit Darwinisten. Der Darwinismus ist die einzige Philosophie, die Konflikten einen Wert beimißt und sie dadurch ermutigt. |
Diese Haltung kann folgendermaßen erklärt werden: Es gibt unterschiedliche Glaubensrichtungen, Weltanschauungen und Philosophien auf der Welt. Diese können sich auf eine von zwei Arten gegenüberstehen:
1) Sie können die Existenz derer respektieren, die nicht zu ihnen gehören und versuchen, mit ihnen einen menschlichen Dialog zu führen. Tatsächlich, diese Methode stimmt mit der Moral des Quran überein.
2) Sie können beschließen, andere zu bekämpfen und sich einen Vorteil auf deren Kosten herauszuschlagen, d.h., sich wie ein Tier zu benehmen. Dies ist eine vom Materialismus angewandte Methode und somit antireligiös.
Der Schrecken, den wir Terrorismus nennen, ist nichts anderes als eine Äußerung der zweiten Einstellung.
Wenn wir den Unterschied zwischen diesen beiden Einstellungen betrachten, können wir erkennen, dass die Idee “des Menschen als kämpfendes Tier”, die der Darwinismus dem Unterbewußtsein des Menschen eingepflanzt hat, besonders einflußreich ist. Einzelpersonen und Gruppen, die den Weg des Konfliktes wählen, mögen nie vom Darwinismus und den Grundregeln dieser Ideologie gehört haben, aber letzten Endes vertreten sie eine Ansicht, deren philosophische Grundlage auf dem Darwinismus beruht. Was sie dazu verleitet, an die Richtigkeit von Gewalttätigkeit zu glauben, sind Slogans wie die folgenden, die auf dem Darwinismus basieren: ‘In dieser Welt überleben nur die Starken’, ‘große Fische fressen die kleinen’, ‘Der Krieg ist eine Tugend’, und ‘der Mensch macht Fortschritt durch den Kampf’. Entfernt man den Darwinismus davon, so bleiben diese Sprüche nichts als leere Slogans.
In der Tat, wenn der Darwinismus weggenommen wird, bleibt keine Philosophie des ‘Konfliktes’ übrig. Die drei göttlich offenbarten Religionen – der Islam, das Christentum und das Judentum –, an die die Mehrzahl der Menschheit glaubt, verurteilen Gewalttätigkeit. Alle diese Religionen wollen der Welt Frieden und Harmonie bringen und verurteilen es, dass unschuldige Menschen getötet werden und Grausamkeit und Folter erleiden. Konflikt und Gewalttätigkeit verletzen die Moral, die Gott dem Menschen geboten hat, und sind anormale und unerwünschte Verhaltensweisen. Der Darwinismus dagegen stellt Konflikt und die Gewalttätigkeit als natürliche, gerechtfertigte und korrekte Konzepte dar, die notwendigerweise existieren müssen.
Wenn irgendwelche Menschen daher Terrorakte im Namen jener Religionen begehen, unter Benutzung der Terminologie und des Symbolismus des Islam, Christentums und Judentums, kann man sicher sein, dass diese Leute keine Muslime, Christen oder Juden sind. Sie sind in Wirklichkeit Sozialdarwinisten. Sie benützen die Religion als Deckmantel, aber sie sind nicht wahrhafte Gläubigen. Selbst wenn sie behaupten, der Religion zu dienen, sind sie tatsächlich die Feinde der Religion und der Gläubigen, weil sie rücksichtslos Verbrechen begehen, die die Religion verbietet, und damit das Ansehen der Religion in den Augen der Öffentlichkeit beschädigen.
Aus diesem Grund liegt die Wurzel des Terrorismus, der unsere Welt heimsucht, nicht in irgendeiner göttlich offenbarten Religion, sondern im Atheismus und in den Manifestationen des Atheismus in unserer Zeit, dem ‘Darwinismus’ und ‘Materialismus’.
Die heilige Quelle des Islam ist der Quran; die Moralität des Islam unterscheidet sich vollständig von dem Bild, das sich in den Köpfen mancher Menschen im Westen gebildet hat. Der Quran basiert auf Moralität, Liebe, Mitgefühl, Gnade, Demut, Opferbereitschaft, Toleranz und Frieden, und ein Muslim, der im wahren Sinn nach dieser Moral lebt, wird sehr höflich, tolerant, vertrauenswürdig und zuvorkommend sein. Er wird Liebe, Respekt, Harmonie und Lebensfreude ausstrahlen.
O ihr, die ihr glaubt! Gebt euch Gott ganz und gar hin und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist offenkundig euer Feind.
Gott ruft die Menschen zu Frieden und Sicherheit auf, während antireligiöse Ideologien Konflikt und Terror ermutigen. |
Diejenigen aber, welche ihre Verpflichtungen gegenüber Gott brechen, nachdem sie sie eingegangen waren, und zerreißen, was Gott zu verbinden geheißen hat, und Unheil auf Erden stiften - sie erwartet Zurückweisung und eine üble Wohnstatt. (Sure 13:25 – ar-Ra’d)Und suche mit dem, was dir Gott gegeben hat, die künftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tu Gutes, so wie Gott dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Gott liebt nicht die, welche Unheil stiften!” (Sure 28:77 – al-Qasas)
Genau so konsequent, wie der Islam dem Terrorismus und jedem Akt der Gewalt entgegentritt, verbietet er auch den geringsten ideologischen Druck auf die Menschen.
Menschen zu zwingen, an eine Religion zu glauben oder ihre Glaubensformen zu übernehmen, widerspricht vollständig dem Wesen und dem Geist des Islam. Dem Islam zufolge ist wahrer Glaube nur unter freiem Willen und der Freiheit des Gewissens möglich. Selbstverständlich können Muslime einander raten und ermutigen, was die Merkmale der Quranischen Moral angeht, doch sie werden sie nie jemandem aufzwingen und sie werden keinen physischen oder psychologischen Druck ausüben. Auch werden sie keine weltlichen Vorteile versprechen, um jemanden zur Religion zu bekehren.Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Götter verwirft und an Gott glaubt, der hat den festesten Halt erfasst, der nicht reißen wird. Und Gott ist hörend und wissend. (Sure 2:256 – al-Baqara)So ermahne! Siehe, du bist nur ein Ermahner; du hast keine Macht über sie. (Sure 88:21, 22 – al-Ghadschiya)
Stellen wir uns nun ein völlig gegensätzliches Modell der Gesellschaft vor; zum Beispiel eine Gesellschaft, in der die Menschen per Gesetz gezwungen werden, die Religion zu praktizieren.
Ein solches Gesellschaftsmodell ist dem Islam völlig entgegengesetzt, denn Glaube und Gottesdienst haben nur dann einen Wert, wenn sie aus freiem Willen des Individuums an Gott gerichtet sind. Zwingt ein System den Menschen jedoch Glauben und Gottesdienst auf, dann werden die Menschen nur aus Furcht vor dem System religiös. Aus dem Blickwinkel der Religion zählt nur, wenn die Religion zu Gottes Wohlgefallen in einer Umgebung gelebt wird, in der das Gewissen der Menschen völlig frei ist.
Der Vers enthält die Androhung schweren Leidens für denjenigen, der einen Unschuldigen tötet. Gott hat offenbart, dass das Töten eines einzigen Menschen ebenso böse ist, wie das Umbringen der gesamten Menschheit. Wer Gottes Grenzen nicht überschreitet, kann keinem Menschen etwas Böses tun, ganz zu schweigen davon, Tausende Unschuldige umzubringen. Wer glaubt, er könne dem Gesetz entgehen und Strafe in dieser Welt vermeiden, wird nicht davon kommen, denn er wird vor dem Angesicht Gottes Rechenschaft über seine Taten ablegen müssen. Darum sind Gläubige, die sich dessen bewusst sind, sehr penibel, was die Einhaltung der von Gott gesetzten Grenzen angeht.Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels angeordnet, dass, wer angeordnet, dass wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, wie einer sein soll, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und zu ihnen kamen Unsere Gesandten mit deutlichen Beweisen; aber selbst dann wären viele von ihnen (weiterhin) ausschweifend auf Erden. (Sure 5:32 – al-Ma’ida)Und diejenigen, welche neben Gott keinen anderen Gott anrufen und niemand töten, wo Gott doch zu töten verboten hat, außer nach Gesetz und Recht; und die keine Unzucht begehen: Wer solches tut, findet Strafe. (Sure 25:68 – al-Furqan)
Wie wir an diesem Vers sehen, ist es eine der wichtigsten Moralvorschriften, die Gott Seinen Dienern gesandt hat, damit sie erlöst werden und ins Paradies eingehen können, einander “zu Geduld und Barmherzigkeit” aufzurufen.Dann wird er zu denen gehören, die glauben und zu Geduld und Barmherzigkeit mahnen: Das sind die Gefährten der Rechten. (Sure 90:17, 18 – al-Balad)
Der Islam, wie er im Quran beschrieben ist, ist eine moderne, aufgeklärte, progressive Religion. Ein Muslim ist vor allem ein Mensch des Friedens; er ist tolerant, demokratischen Geistes, kultiviert, aufgeklärt, ehrlich, sachkundig in Kunst und Wissenschaft und er ist zivilisiert.
Ein den edlen Morallehren des Quran entsprechend gebildeter Muslim tritt jedermann mit der Liebe gegenüber, die der Islam erwartet. Er respektiert jede Meinung, und er schätzt Kunst und Ästhetik. Er ist konziliant angesichts gleich welchen Geschehens, er baut Spannungen ab und stellt wieder Freundschaft her. In Gesellschaften, die aus solchen Individuen bestehen, wird es eine besser entwickelte Zivilisation geben, eine höhere Sozialmoral, mehr Freude, Glück, Gerechtigkeit, Sicherheit, Reichtum und Segen als in den meisten modernen Nationen der heutigen Welt.
Wenn wir die Geschichte des Islam betrachten, ist deutlich erkennbar, wie die Muslime diesen bedeutenden Grundsatz der Quranischen Moral in das Leben der Gesellschaft eingebracht haben. Muslime haben immer eine Atmosphäre der Freiheit und Toleranz mitgebracht, und sie haben ungesetzliche Praktiken unterbunden, wohin sie auch kamen. Sie sorgten dafür, dass Völker, deren Religion, Sprache und Kultur sich völlig unterschieden, in Frieden und Harmonie zusammen unter einem Dach leben konnten, und sie lebten harmonisch und friedlich auch untereinander. Ein wichtiger Grund für die Jahrhunderte lange Existenz des Osmanischen Reiches, das sich über ein enormes Gebiet erstreckte, war die Atmosphäre der Toleranz und des Verständnisses, die der Islam mit sich brachte. Muslime, Jahrhunderte lang bekannt für ihr tolerantes und liebevolles Wesen, waren immer die mitfühlendsten und gerechtesten Menschen. In jener multinationalen Struktur waren alle ethnischen Gruppen frei, nach ihrer eigenen Religion und ihren eigenen Regeln zu leben.
Wahre Toleranz kann der Welt nur dann Frieden und Wohlstand bringen, wenn sie entlang der im Quran beschriebenen Grundrichtung geübt wird. Folgender Vers fasst diese Erkenntnis zusammen:
Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich. Wehre (das Böse) mit Besserem ab, und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war, dir wie ein echter Freund werden. (Sure 41:34 – Fussilat)
Der Islam und die Moral des Quran sind wirkungsvolle Instrumente gegen die Geißel des Terrorismus und nicht etwa deren Verbündete.